Sportmedizin
(sport)ärztliche Untersuchung
sportärztlich auf dem Laufenden
Jeder kann laufen und sich bewegen. Man hat es ja als kleines Kind schon gelernt. Laufen und walken hat so vielfältige positive Einflüsse auf Gesundheit und Wohlbefinden, dass es diese Bewegung mit allen Mitteln zu fördern und zu unterstützen gilt. Aber Sporttreiben hat auch Risiken. Immer wieder kommt es zu Überlastungen, manchmal brechen Menschen während eines Laufs zusammen, meist mit Problemen am Herzen, und in seltenen Fällen können sie nicht mehr gerettet werden. Nicht oft, aber es passiert.
Eine sportärztliche Untersuchung kann diese Gefahren minimieren und schafft die Gewissheit, gesund und belastbar zu sein.
Es kann sein, dass der Körper nach bewegungsarmen Jahren selbst einer leichten Anstrengung nicht mehr gewachsen ist. Dazu muss man sich nicht schwach und hinfällig fühlen. Es genügen einige (ein) Risikofaktoren, die für sich gesehen wenig spektakulär klingen, ja beinahe schon zur internistischen "Standardausstattung" eines Erwachsenen gehören:
- Bluthochdruck
- bauchbetontes Übergewicht
- Zigarettenrauchen
- erhöhte Cholesterinwerte
- erbliche Belastung (Herzinfarkte oder Schlaganfälle in der Familie)
- Zuckerkrankheit
Männer sind generell stärker gefährdet als Frauen, und auch mit dem Alter steigt das Risiko der Herz-Kreislauferkrankungen.
Die Gründe für die Anhäufung von Risikofaktoren sind hinlänglich bekannt: Schlechte Lebensgewohnheiten, fettreiche Ernährung, mangelnde Bewegung, Stress, Alkohol. Sind erst einmal die Schäden vorhanden, kann eine intensive körperlicher Belastung gefährlich werden. Das Herz macht nicht alles mit.
Jeder Sportanfänger über 35 Jahren sollte bei Vorliegen eines oder mehrerer Risikofaktoren unbedingt zu einer sportmedizinischen Untersuchung.
Checken Sie ihre Risikofaktoren!
Viele Gefahrenquellen sind so alltäglich, dass sie fast nicht mehr auffallen: Ein gewisser Bauchansatz - der gehört ja fast zu einem richtigen Mann dazu. Das Cholesterin etwas erhöht. Irgendein Onkel ist in jungen Jahren am Herzinfarkt verstorben. Manchmal ein dumpfes Gefühl in der Herzgegend, beim Laufen - vor allem, wenn's schneller wird, ist's deutlich - wenn's draußen kalt ist, tritt es häufiger auf ... Das reicht schon!
Der Sportmediziner (Hausarzt) verschafft Klarheit über Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Sie werden mehr Vertrauen in ihren Körper gewinnen und Empfindungen während der Belastung wie Krämpfe, Schmerzen, Schwindel, Lufthunger etc. mit mehr Gelassenheit hinnehmen und als Ausdruck der Anstrengung sehen können. Niemand nimmt gern Platz im Warteraum eines Arztes. Aber man erlebt eben so oft Überraschungen, wenn Menschen, die angeben fit und sportlich zu sein (und auch so aussehen!), im EKG bei Belastung plötzlich eine eingeschränkte Durchblutung des Herzens aufweisen.
Warum ein Sportarzt?
Es geht nicht in erster Linie darum, die optimalen Leistung zu erbringen. Sondern zu klären, in welchem Maß der Körper überhaupt belastbar ist. Festzustellen, welche Belastungen gesundheitlich unbedenklich und förderlich sind, und welche gefährlich. Internistische Erkrankungen tun meist nicht weh, sind aber bei körperlicher Anstrengung lebensbedrohlich:
- Am weitaus häufigsten ist die einengende Gefäßerkrankung (Arteriosklerose) der Herzkranzgefäße
- angeborene oder erworbene Herzfehler
- Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
- schwergradige Herzrhythmusstörungen
- schwere Formen des Bluthochdrucks
- aber auch verschiedene Erkrankungen anderer Organe
- nicht wirksam eingestellte Stoffwechselerkrankungen etc.
Eine Reihe von Untersuchungen schafft Klarheit: Abhören der Herzgeräusche als Hinweis auf Fehler der Klappen oder Herzscheidewände, Ruhe-EKG, Belastungs-EKG mit Blutdruckkontrolle, evt. auch Laktatkontrolle zur Evaluierung der Leistungsfähigkeit und für spezielle Trainingsanweisungen, Analyse der Blutwerte, Herzultraschalluntersuchung. Eine orthopädische Untersuchung kann sich anschließen.
Besonders die Belastungsuntersuchung, meist auf einem Fahrrad-Ergometer, ist sehr aussagekräftig. Dabei werden u.a. die Durchblutungsreserven des Herzmuskels sichtbar. Sind die Herzkranzgefäße verengt, ist die Versorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff mangelhaft. In Ruhe mag das unbemerkt bleiben. Bei Belastung, wenn der Kreislauf angekurbelt wird, können jedoch Durchblutungsstörungen auftreten, die auf dem EKG deutlich zu sehen sind - und dem Herzen höchst gefährlich werden!
Was macht der Sportarzt mit diesen Ergebnissen?
Im besten Fall, und der ist bei rechtzeitiger Untersuchung und Vorsorge ja ohnehin wahrscheinlich, gibt er die Sicherheit, gesund und belastbar zu sein. Daher: Rechtzeitig, bevor es eng wird - in der Brust. Bei einem Sportmediziner, der eine leistungsdiagnostische Analyse mit Erhebung z.B. der Laktatwerte durchführt, bekommen Sie bei Bedarf passende Trainingsempfehlungen mitgeliefert. Bei von der Norm abweichenden Befunden werden gegebenenfalls Medikamente verordnet, bestehende Therapien optimiert oder weiterführende Untersuchungen veranlasst.