Diabetes mellitus*
Definition
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist gekennzeichnet durch eine chronische Erhöhung des Blutzuckers, verbunden mit dem Risiko für schwere Begleit- und Folgeerkrankungen.
Die Zuckerkrankheit tritt grundsätzlich in zwei verschiedenen Erscheinungsformen auf, die sich hinsichtlich Ursache (Äthiologie), Entstehung (Pathogenese), Vererbungsmodus (Genetik), Krankheitsbeginn und Krankheitsverlauf deutlich unterscheiden:
- Diabetes mellitus Typ 1 = Juveniler Diabetes
- Diabetes mellitus Typ 2 = Altersdiabetes
Während der Diabetes mellitus Typ 1 meist in jungen Jahren beginnt und auf einem absoluten Insulinmangel beruht, liegt die Ursache des meist erst in höheren Lebensjahren auftretenden Diabetes mellitus Typ 2 in der Insulinunempfindlichkeit. Das bauchbetonte Übergewicht und die damit verbundenen Lebensweise erweist sich als der wichtigste manifestationsfördernde Faktor für die Insulinresistenz und damit für diese Form der Zuckerkrankheit. Diese Insulinunempfindlichkeit bedingt eine erhöhte Insulinsekretion der Bauchspeicheldrüse, um die Insulinwirkung aufrechtzuerhalten. Eine Teufelsspirale aus verminderter Insulinwirksamkeit, erhöhtem Insulinbedarf und vermehrter Produktion führt schließlich zu Überforderung und Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse. Lediglich durch Gewichtsreduktion und vermehrte körperliche Aktivität kann dieser Entwicklung Einhalt geboten werden.
Stellenwert von Ausdauertraining und Sport beim Typ 1-Diabetiker
Im Gegensatz zum übergewichtigen Typ 2-Diabetiker scheint der therapeutische Einsatz von körperlicher Aktivität zur planmäßigen Verbesserung der Blutzuckereinstellung bei Typ 1 Diabetikern kaum gerechtfertigt. Um den Effekt der Muskelarbeit für eine kontinuierliche Verbesserung der Blutzuckereinstellung beim normalgewichtigen Typ 1-Diabetiker zu nutzen, d.h. um unbefriedigende Blutzuckertagesprofile zu glätten, müßte die körperliche Aktivität täglich zur gleichen Zeit, mit identischer Intensität und Dauer ausgeübt werden. Hiermit soll natürlich nicht zum Ausdruck kommen, daß sportliche Betätigung für den juvenilen Diabetiker nicht von grundlegender Bedeutung ist, geht es doch darum, die psychosoziale Gesamtsituation zu verbessern, das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des eigenen Körpers aufzubauen und die emotionale Stabilität zu sichern. Ein lustvolles regelmäßiges Sporttreiben kann dazu beitragen, die Lebensqualität und das Selbstwertgefühl des Typ 1-Diabetikers zu verbessern.
So bedeutend Ausdauertraining für den Diabetiker sein mag, gilt es dennoch Gefahren und Kontraindikationen für den Diabetikersport zu berücksichtigen.
* Quelle: http://www.diabetes-deutschland.de
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